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Interview Dr. Klein

klein11.    Sie sind mit der Umfirmierung vom PNS zur GRS in das Ärztenetz eingetreten und wirken seit dieser Zeit im Kernteam der GRS mit. Den Vertrag zur chronischen Wunde haben Sie maßgeblich mitverhandelt. Wenn Sie auf die letzten 3 Jahre zurückblicken, wie würden Sie die Entwicklung der GRS beschreiben?

Ich denke, das Netz hat sich besser entwickelt, als ich es mir bei Eintritt ins Kernteam vorstellen konnte. Natürlich gab und gibt es "Anfangsschwierigkeiten", die wir meistern müssen, insbesondere sehe ich es als große Herausforderung an, das Vertrauen der Krankenkassen als Partner! In der Versorgung der Patienten zu gewinnen. Hier denke ich, haben wir viel erreicht, sind aber noch lange nicht am Ende.
Die ersten drei Jahre waren gut, aber es gibt noch sehr viel zu tun, wenn wir unser Motto, nämlich, die wohnortnahe Versorgungsqualität unserer Patienten im Siegerland langfristig zu sichern, wirklich leben wollen.

2.    Jetzt geht die Rolle des Ärztlichen Leiters der GRS vom Hausarzt Dr. med. Martin Mansfeld an Sie, Chirurg und damit Facharzt.  Hat das Konsequenzen für die Schwerpunkte, die in der Netzarbeit gesetzt werden?

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt in der Entwicklung des Netzes und hier vor allem die Netzstruktur aufzubauen. Hier haben wir als Kernteam und vor allem unsere Geschäftsführung mit Frau Herder sehr viel Energie investiert.
Jetzt geht es daran, diese Struktur mit mehr Leben zu füllen. An den zur Zeit existierenden Verträgen profitieren vor allem die Hausärzte. Für Fachärzte bietet unser Netz (mit wenigen Ausnahmen) zur Zeit nur wenig Vorteile. Für eine flächendeckende wohnortnahe Versorgung unserer Patienten brauchen wir aber unbedingt Fachärzte (möglichst aller Fachrichtungen). Logischerweise ist es das gemeinsame Ziel des Kernteams, das Netz auch für die niedergelassenen Fachärzte attraktiv zu machen. Dies ist aber nur einer der Schwerpunkte in der kurz- und mittelfristigen Netzarbeit.
Ich denke, unser Netz sollte nicht nur durch Verträge für die niedergelassenen Kollegen attraktiv sein, sondern vor allem auch durch unserer Struktur, durch die wir es als Netz schaffen wollen, allen Mitgliedern ihr Schaffen als freiberuflich niedergelassenen Arzt leichter zu machen.

3.    Haben Sie sich für Ihre Aufgabe als Ärztlicher Leiter Ziele gesetzt?

Wie Sie ja schon gesagt haben, bin ich ja erst seit wenigen Jahren in der Netzarbeit aktiv. Sozusagen Mitglied geworden, gleichzeitig ins Kernteam eingestiegen, jetzt zum ärztlichen Leiter gewählt...
Natürlich habe ich mir Ziele gesetzt! Kurzfristig möchte ich mich in die Netzarbeit besser einarbeiten. Hierzu werde ich in den nächsten Monaten diverse Netzworkshops besuchen.
Ausserdem läuft natürlich die "normale" Arbeit weiter. Ein großes Ziel ist es, einen Vertrag " Ambulante Leistungen vor stationär" mit den Kassen zu verhandeln. Auch ein Vertrag zur Behandlung des Chronischen Rückenschmerzes ist auf der Liste.
Für die Netzstruktur entwickeln wir gerade eine Netz-App, um die Mitglieder zum einen besser zu erreichen und zum andern die doch mittlerweile recht umfangreichen Informationen im Netz besser gebündelt an den Mann bringen zu können.
Für alle selbstständigen Kollegen erarbeiten wir gerade einen Jahresplan für die Fortbildung und Unterweisungen der Mitarbeiter. Die Unterweisungsverpflichtungen eines jeden Selbstständigen werden immer mehr und binden viel Zeit in der Praxis. Wir hoffen, mit der Organisation als Netz den Mitgliedern diese Arbeit abnehmen zu können und werden ab dem zweiten Halbjahr 2016 Unterweisungen und Fortbildungen in Hygiene, Datenschutz, Strahlenschutz, Notfallmanagement, wahrscheinlich auch Arbeitsschutz und die Datenschutzunterweisungen anbieten.
Ein großes, aber eher mittel- bis langfristiges Ziel ist die Ausweitung der sektorenübergreifenden Versorgung. Wenn wir langfristig die wohnortnahe Versorgungsqualität im Siegerland sicher wollen, müssen wir die Zusammenarbeit sowohl auf ärztlicher Ebene ( als mit MVZ und Krankenhäusern ) als auch mit anderen Leistungserbringern ( vor allem Physiotherapeuten, Pflegediensten ) verbessern.
Erste Kontakte im Wundmodul (ambulante Pflegedienste/Wundexperten) und auch im Pflegeheimmodul (Geschäftsführung der Heime/Pflegepersonal) zeigen, dass hier die Kommunikation und Zusammenarbeit noch erhebliches Entwicklungspotential haben.

4.    Vor welchen Herausforderungen steht das Ärztenetz in der nächsten Zeit?

Das Netz steht vor den gleichen Herausforderungen, wie alle Leistungserbringer im Gesundheitssystem.
Ich bin nur der festen Überzeugung, das für uns niedergelassene Ärzte ( und hier besonders für die niedergelassenen Fachärzte ) das Netz eine extrem gute Chance bietet, den kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein.
Unter dem Motto " gemeinsam sind wir stark" können wir als Netz die Versorgung regional mitbestimmen und so unsere Stellung im Gesamtsystem langfristig sichern. Diese Bedeutung müssen wir uns aber erst noch erarbeiten und das ist die größte Herausforderung, der wir uns stellen müssen!