DAS STECKT HINTER DEM PROJEKT DECIDE-2

In der aktuellen Studie DECIDE-2 geht es da­rum, Men­schen mit De­menz oder be­ginnen­den Ge­dächt­nis­störungen und ihre Ver­trauens­person bei wichtigen Ent­schei­dungen optimal zu unter­stützen. Das Konzept Dementia Care Management bzw. die Demenz­lotsen findet in der wissen­schaft­lichen Studie DECIDE-2 An­wendung und soll nun auf die nähere Um­ge­bung aus­ge­weitet werden.

Die spezifisch qualifizierten Demenz­lotsen helfen, die Ver­sor­gung von Menschen mit Demenz und deren An- und Zu­ge­hörigen zu ver­bessern. Bei regel­mäßigen Haus­besuchen der Be­troffenen er­mitteln die Demenz­lotsen in ge­mein­samen Ge­sprächen den indi­vidu­ellen medi­zin­ischen, pfleger­ischen und sozialen Unter­stützungs­bedarf. Der an­schließ­end er­stellte Ver­sorgungs­plan ist genau auf die Situa­tion von Menschen mit Demenz oder Ge­dächt­nis­problemen zu­ge­schnitten. Bei der Um­setzung be­raten, koordi­nieren und ver­mitteln die Demenz­lotsen.

2025 und 2026 soll dabei unter­sucht werden, welchen Ein­fluss diese Unter­stützungs­maß­nahmen auf die Lebens­qualität der Be­troffenen und An- und Zu­ge­hörigen haben. Ziel ist es die Selbst­be­stimmung der Be­troffenen zu stärken und An- und Zu­ge­hörigen zu ent­lasten.

Der Ent­wicklungs­prozess im Projekt DECIDE-2 er­folgte wie in den vor­an­ge­gangen­en Pro­jekten parti­zi­pativ zwi­schen For­schung und Praxis. Es ver­bindet die For­schungs­institute und die Unter­nehmen, in denen die Demenz­lotsen agieren, zu einem Netz­werk, das inter­professio­nelles Ar­beiten über Unter­nehmens­gren­zen hin­weg för­dert und eta­bliert.


Weiterführende Links und Downloads zum Thema Dementia Care Management:

 

Die Lokalzeit Südwestfalen hat über das Projekt berichtet

Die Diagnose Demenz ist für Betroffene und Angehörige nicht einfach – so war es auch für ein Ehepaar aus Siegen-Wittgenstein, das seit einigen Jahren mit der Erkrankung lebt und im Alltag von unserer Demenzlotsin Manuela Kremer begleitet wird.

Schauen Sie sich den Bei­trag der WDR Lokalzeit an, erfahren Sie mehr über die Erkrankung und die Arbeit unserer Demenzlotsinnen.


Quelle: WDR Lokalzeit Südwestfalen - Westdeutscher Rundfunk Köln,
Anstalt des öffentlichen Rechts, Appellhofplatz 1, 50667 Köln

Eine ältere Frau zeigt Anzeichen von Unwohlsein, während eine Ärztin sie betreut.

Historie zum Care und Case Management in der GRS

DECIDE-2

Der Einschluss von Teil­nehmen­den er­folgt bis Ende Oktober 2026. Die Studien­teil­nahme hat eine un­ge­fähre Dauer von 6 Mo­naten mit mehr­eren Besuchen im eigenen Zu­hause. Sie haben Inter­esse am Demenz­lotsen-Projekt teil­zu­nehmen oder weiter­gehende Fragen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Unsere Demenz­lotsen sind für Sie da!

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RoutineDeCM

Die 2020 veröffentlichte Nationale Demenz­strategie der Bundes­regier­ung sieht vor, die Ver­sorgung und das Leben von Men­schen mit De­menz zu ver­bessern. Hier setzt das Projekt Dementia Care Management des Deutschen Zen­trums für Neuro­degenera­tive Er­krank­ungen (DZNE) und der Universität Siegen an: Es ist auf eine mög­lichst früh­zeitige und um­fassende Ver­sor­gung aus­ge­richtet. Das Dementia Care Management soll so­wohl die Ver­sor­gung von Menschen mit Demenz ver­bessern, als auch deren An- und Zu­ge­hörige ent­lasten.

Kernbestandteil von Dementia Care Management ist die Arbeit speziali­sierter Pflege­fach­personen, der Demenz­lotsen. Diese führen im häus­lichen Um­feld um­fassen­de, stan­dar­di­sierte Be­darfs­ana­lysen durch – medi­zinisch, pfleger­isch, psycho­sozial – und ent­wickeln mit­hilfe eines soft­ware­ge­stützten Ver­sorgungs­systems indi­viduali­sierte Ver­sorgungs­pläne. Dabei greift die Demenz­lotsin der GRS auf ein breites Er­fahrungs­feld der Pro­jekt­arbeit (EVA, RubiN,DelpHi SW) zu. Das Projekt en­dete zum 31.12.2024.

DelpHi SW

Bevor die Hauptstudie RoutineDeCM in Siegen-Wittgenstein ge­startet ist, wurden in der DelpHi SW Studie die Demenz­lotsen ge­sucht, ge­funden und weiter­ge­bildet.

DelpHi SW steht für „Demenz: lebens­welt­orien­tierte und per­sonen­zen­trierte Hilfen in Süd­west­falen“. Ziel dieser parti­zipa­tiven Studie war die Kon­zeption und Pilot­ierung eines Dementia Care Managements in Süd­west­falen.

Dabei wurden die DeCM-Modell­bau­steine aus der DelpHi-Studie in Meck­len­burg-Vor­pommern schritt­weise und system­atisch durch­ge­arbeitet und ein Modell für die Region Siegen-Wittgen­stein suk­zessive ent­wickelt. Im Rahmen einer Barri­eren­analyse wurde das ent­wickelte Modell hin­sicht­lich er­schwer­ender und hilf­reicher Faktoren unter­sucht. Diese wert­vollen Er­kennt­nisse bilden die Grund­lage für die kon­krete Ent­wick­lung der Inter­ven­tion der Haupt­studie „RoutineDeCM“.

RubiN

Die Erfahrungen der GRS-EVA flossen 2017 neben den Er­fahrungen der weiteren Projekt­partner in die Kon­zep­tion des Inno­vations­fond­projektes RubiN (Regional un­unter­brochen be­treut im Netz) ein.

RubiN wurde für 3 Jahre aus G-BA-Mitteln des Inno­vations­fonds ge­fördert. In RubiN wurden Care- und Case­manager in regionale Ärzte­netzwerke im­ple­men­tiert, um für geri­atrische Pati­enten be­darfs­gerecht indi­vidu­elle Be­hand­lungs- und Ver­sorgungs­pfade zu schaffen. Doch Projekt­arbeit ist durch eine zeit­liche Be­gren­zung ge­kenn­zeichnet.

So geht mit dem Ende von RubiN ein neuer Anfang mit RoutineDeCM einher.

EVA

Von 2015 bis 2022 haben die so­ge­nannten entlastenden Ver­sorgungs­assis­tent-/innen (EVA) im Rahmen eines Struk­tur­ver­trages nach § 73 a SGB V ein Fall­manage­ment für komplex er­krankte Men­schen über­nommen. Gleich­zeitig wurden bei Haus­be­suchen zum Moni­toring Leis­tungen im Auf­trag der Haus­ärzte durch­ge­führt. Hier­zu zählten u. a. Blut­ent­nahmen, Messung von Vital­para­metern sowie das Wech­seln von sup­rapubischen Ka­the­tern. Dieses Vor­gehen ent­lastete den zu ver­sorgen­den Menschen, eine An- und Zu­ge­hörigen sowie Ärzt­innen, Ärzte und Praxis­per­sonal.

Ziel ist es, die Tätigkeit der Koordi­nation auf die Ebene des Arzt­netzes zu stellen und in der Regel­ver­sor­gung zu ver­ankern.